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Blog von Jan Langmaack

Die Ostsee

Für viele ist die Ostsee einfach nur das Meer an der Küste Deutschlands im Osten. Dabei ist dieser Lebensraum so einzigartig, dass es keinen vergleichbaren auf dieser Welt gibt. Noch 1970 galt die Ostsee als verschmutztestes Meer der Welt. Abwässer wurden größtenteils völlig ungeklärt zu dieser Zeit in die Ostsee geleitet. Um den Kollaps zu verhindern, schlossen sich 1974 die Anrainerstaaten zusammen und beschlossen mit der Helsinki Kommission den Schutz der Ostsee. Betrachtet man nur den Anteil an Plastikmüll, ist die Ostsee hinter dem Mittelmeer nicht mehr das dreckigste Meer der Welt. In der Gesamtheit lässt sich aber zusammenfassen, dass die Ostsee das Meer ist, dass die meisten Todeszonen bergen, also Bereiche, mit sehr geringem bzw. gar keinem Sauerstoff mehr und somit einen lebensfeindlichen Ort für zahlreiche Meeresbewohner.

Neun Anrainerstaaten bilden heute die Küstenländer der Ostsee, die die skandinavischen Länder vom europäischen Festland trennt. Ihre maximale Breite beträgt nur 300km und ihre durchschnittliche Tiefe von 52m weist darauf hin, dass sie ein sehr flaches Meer ist, obwohl die tiefste Stelle, das Landsorttief über 450m aufweist. Ihr Volumen von etwas mehr als 20000 Kubikkilometern entspricht das der Hälfte der Nordsee. Die Fläche der Ostsee ist mit über 410000 Quadratkilometern etwas größer als Deutschland und Dänemark zusammen und nimmt damit nur einen flächenmäßigen Anteil von 0,1% der Weltmeere ein. Über das Kattegat hat die Ostsee die einzige Verbindung zu den salzhaltigeren Meeren, in diesem Fall der Nordsee als Randmeer des Atlantiks. Der zwischen 1887 und 1895 erbaute Nord-OstseeKanal wird hierbei nichts berücksichtigt.

Charakteristisch sind die tief ins Land reichenden Meereseinschnitte, die Förden. Weite und flache Buchten, die Bodden runden das Bild der Ostsee ab. Die Küstenlinie der Ostsee in Deutschland, die den Übergang zwischen Land und Wasser darstellt, ist etwa 2200km lang. Sandstrände und auch Steilküsten lassen sich neben den Städten und Häfen hier finden. An der Landschaft erkennt man die ständige währende Entwicklung der Ostsee. Während an einer Stelle Land durch Wellen und Dünung abgetragen wird, wird er an andere Stelle angespült und schafft neues Land.

Die Ostsee, ein Brackwassermeer ohne Gezeiten, weist eine ausgesprochene Artenarmut auf. In ihr sind weniger Arten als in vergleichbaren limnischen oder marinen Ökosystemen anzutreffen.

Als Kind der Eiszeit lässt sich die Ostsee beschreiben, deren Entstehung nur wenige tausende Jahre zurückreicht. Die Vorstöße der Gletscher aus Skandinavien formten das abwechslungsreiche Bodenrelief. Damit ist das jüngste Meer der Welt und es konnten sich evolutionär noch keine wirklichen endemischen Arten in der Ostsee entwickeln. Endemische Arten sind Arten, die ausschließlich in einem speziellen Gebiet vorkommen. Nach neusten Forschungen soll es einen ganz bestimmten Wurm geben, der sich im Brackwasser angesiedelt hat und als endemisch angesehen werden kann. Ansonsten sind in der Ostsee nur Arten anzutreffen, die in der Nordsee vorkommen oder Süßwasserfische, die in den Mündungsgebieten der Flüsse einen geringen Salzgehalt tolerieren können. Dieses ist auf den Salzgehalt der Ostsee zurückzuführen. Durch ständige Schwankungen des Salzgehaltes bei der Entstehung der Ostsee sind zahlreiche Lebensformen immer wieder für sie mit lebensfeindlichen Bedingungen in Berührung gekommen.

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